Paperweights von 1840/42 bis 1945

...und danach 600 gläserne Briefbeschwerer aus der Sammlung Peter von Brackel

verlängert: 31. März - 01. November 2012

 

Eine Auslese von 600 Briefbeschwerern aus Deutschland, Böhmen und Europa hat der Sammler und Autor der beiden Bücher „Paperweights. Historismus, Jugendstil, Art Deco“ (1997 in Deutsch, 1999 in Englisch) und „Classic Paperweights from Silesia/Bohemia“ (2010 in Englisch) Peter von Brackel aus Bad Honnef für das Glasmuseum Wertheim zusammengestellt. Alle Briefbeschwerer haben folgendes gemeinsam: „Sie sind alle mehr oder weniger faszinierend,die im Innern eingeschlossenen Motive sind meist bunt und vielfältig, besonders bei Betrachtung im hellen Licht, sie regen die Phantasie an, insbesondere wenn man versucht, die Aussage der oft auch originellen Motive zu deuten, sie sind wegen ihrer Form und Kühle des Glases sehr angenehm in der Hand zu halten, sie sind normalerweise wertvoll und beständig, es sei denn man behandelt sie nicht fachgemäß oder sie sind einige der heute teilweise hergestellten Massenprodukte.“

 

Die Ausstellung zeigt eine Vielzahl sehr unterschiedlicher und qualitativ herausragender Paperweights aus der Zeit des späten Biedermeier, Historismus, Jugendstils, Art déco bis hin zur Neuzeit, wie sie in Deutschland, Böhmen, Belgien, Frankreich und anderen europäischen Ländern hergestellt wurden. Zu sehen sind sehr seltene so genannte „klassische“ Paperweigths aus der Zeit von 1840/42 bis um 1860/70, der „frühen nachklassischen“ Zeit von ca. 1870/80 bis um 1905/10 und der sich hiermit teilweise überschneidenden „sonstigen nachklassischen“ Zeit von ca.1880/90 bis 1945. Außerdem zu sehen sind einige Beispiele aus der Zeit von 1945 bis heute. Vor allem von den offiziell im Rahmen ihrer Herstellungsprogramme produzierten so genannten „klassischen“ Paperweights wie Millefiori-, Lampenarbeits- und Sulphid-Paperweights aus Schlesien und Böhmen, die bisher oft nicht gebührend gewürdigt wurden, da nicht erforscht, wird ein sehr interessanter Querschnitt ausgestellt.

 

Aber auch klassische Paperweights aus Frankreich, der Glashütten Baccarat, Clichy, St. Louis, St. Mandé und anderen, wie auch aus Murano bei Venedig werden gezeigt. Unter den klassischen Paperweights kann man auch solche mit einem so genannten „Overlay“ (Überfang) sehen. Es sind auch die zwar späteren (ab ca.1875/80) aber fast noch klassischen und sehr typischen belgischen Overlay- und Millefiori-Paperweights zu sehen, besonders der Christalleries du Val-Saint-Lambert in Seraing bei Lüttich. Gleichfalls werden etliche Beispiele der „frühen nachklassischen“ Millefiori-, Sulphid- und Lampenarbeits-Paperweights aus Schlesien, Böhmen, Thüringen und anderen deutschen Gebieten präsentiert, welche man bisher ebenfalls nicht ausreichend beachtete, die dieses aber verdient gehabt hätten.

Alle 600 Paperweights werden nach der Ausstellung dem Glasmuseum Wertheim als Dauerleihgabe übergeben.

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